Zeit

So wandelt sie,

im ewig gleichen Kreise,

Die Zeit nach ihrer alten Weise,

Auf ihrem Wege taub und blind,

Das unbefangne Menschenkind

Erwartet stets vom nächsten Augenblick

Ein unverhofftes seltsam neues Glück.

Die Sonne geht und kehret wieder,

Kommt Mond und sinkt die Nacht hernieder,

Die Stunden die Wochen abwärts leiten,

Die Wochen bringen die Jahreszeiten.

Von außen nichts sich je erneut,

In Dir trägst du die wechselnde Zeit,

In dir nur Glück und Begebenheit.

(von Ludwig Tieck - entstanden 1798 - erschienen 1799)

 

 

    

 

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